Am Montag, dem 19. Januar 2015, tagte der Suderburger Gemeinderat im Landgasthof Puck in Böddenstedt. Elf Tagesordnungspunkte waren abzuarbeiten – unter anderem sollte der Haushalt 2015 verabschiedet werden. Das wäre bereits im Dezember geschehen, aber: eine Lücke in den Samtgemeinde- und Gemeindehaushalten, bedingt durch eine um 95.000 € geringere Schlüsselzuweisungen aus Hannover, brachte die Räte in Schwierigkeiten. Alles hing nun an der Kreisumlage.
Diese wurde schließlich um 2 % gesenkt. Damit konnte auch die Samtgemeindeumlage um 1,5 % gesenkt werden und die Gemeinde Suderburg steht unterm Strich nun plötzlich mit einen Überschuss in Höhe von 61.500 Euro in ihrem Haushalt da. Wenn die Annahmen zu den Einnahmen und Ausgaben wie geplant zutreffen, kann der Betrag in voller Höhe zum Abbau der Schulden genutzt werden.
Der Haushalt konnte bis auf den Teilhaushalt II einstimmig verabschiedet werden. In ihm stehen u.a. 30.000 € für die Planung eines Radweges Suderburg-Böddenstedt und ein Spielgerät für Hösseringen in Höhe von 4.000 €. Diese beiden Punkte konnte Götz Schimmack (Unabhängig) nicht mittragen. Den Radweg hält er für überflüssig, die Ausgabe dafür für Geldverschwendung weil es einen alternativen Weg gibt. Das Spielgerät stand bereits im letzten Haushalt, wurde dort aber gestrichen und wanderte in andere „Töpfe“, nachdem ein Hösseringer Bürger ein größeres Spielgerät gewonnen hatte.
Der TOP 8, Radwegebau an Kreisstraßen, und mit ihm die Beantragung des Radweges Suderburg-Böddenstedt, sorgte auf der Sitzung für reichlich Diskussionen.
Ursprünglich war es die WSL, die einen Antrag für einen Radweg von Bahnsen nach Bargfeld gestellt hatte. Dieser Antrag war im Samtgemeinderat abgelehnt worden. Er kam in Suderburg jedoch wieder auf die Tagesordnung, nachdem die Gemeinde Gerdau den Bau des Radweges Bargfeld-Gerdau beschlossen und darüber hinaus den Radwege-Lückenschluss Bargfeld-Bahnsen (ihren Anteil) als nächste Maßnahme verabschiedet hatte.
Plötzlich geriet ein weiterer Radweg (Suderburg-Böddenstedt) im Gemeinderat Suderburg in den Vordergrund – und dabei wurde nach seinem Gefühl getrickst, meinte Schimmack… (das erläutert der Artikel hinter diesem Link.)
CDU, SPD und GRÜNE stellten sich geschlossen hinter die Beantragung beider Radwege. Ratsherr Pellnath (WSL) erinnerte daran, dass man die verbleibenden 30%, (die anteiligen Kosten der Gemeinde) auch haben müsse. Er hatte den Alternativweg nach Böddenstedt abgefahren und hält ihn für eine gute Lösung. Dazu empfahl er eine Befragung der Bürger auf der Böddenstedter Lichtmess, um die Notwendigkeit eines Radwege zu hinterfragen.
So solide die Einwände Pellnaths waren, so lächerlich war dann das Abstimmungsverhalten der WSL: „Mit mir (uns?) wird es diesen Radweg (Suderburg-Böddenstedt) nicht geben“, so Pellnath abschließend für die WSL.
Anschließend stimmte sie geschlossen für eine Beantragung.
„Das ist ja wohl unglaublich…“ entfuhr es einem Zuhörer…
Fehler bei der Ausschreibung zur Verlängerung des Gaskonzessionsvertrages für die Gemeinde Suderburg räumte Bürgermeister Hans-Hermann Hoff (GRÜNE) ein. Die Gemeinde befindet sich seit dem 26.12.2013 in einem „Rechtsfreien Raum“, weil eine Veröffentlichung im Bundesanzeiger zwei Jahre vor Ablauf des Konzessionsvertrages versäumt wurde. Mit ihr sollen auch andere Energieunternehmen die Chance zur Abgabe eines Angebotes haben. Das Versäumnis wurde im Rahmen einer Dienstaufsichtsbeschwerde durch einen Einwohner gerügt.
Nun soll durch eine neue Veröffentlichung im Bundesanzeiger ein ordnungsgemäßes Auswahlverfahren eingeleitet und der Fehler der Verwaltung geheilt werden. Für die Übergangszeit wird es eine Übergangsabrede mit der Celle-Uelzen Netz GmbH geben.
Der alte Verbindungsweg durch die Wiesen von der Kirche zum Poppelreunsweg in Suderburg stand zur abschließenden Abstimmung auf der Tagesordnung. Um diesen Weg hatte es während der Bauarbeiten an der Ortsdurchfahrt heftige Diskussionen und eine Unterschriftensammlung gegeben. Bürger wollten ihn wieder öffentlich zugänglich machen und in Eigenleistung als Wanderweg ausbauen. Rat und Verwaltung scheuten eventuelle Folgekosten und Anlieger/Nutzer der Fläche (heute Wiese) möchten es beim derzeitigen Zustand belassen. Inzwischen lag der Gemeinde auch ein Kaufangebot vor.
Der Gemeinderat schloß sich nun abschließend dem Bau- und Verwaltungsausschuss an: Der Weg wird nicht verkauft aber auch nicht ausgebaut, es bleibt beim derzeitigen Zustand. Damit sind für die Zukunft alle Optionen gewahrt.
Alle Fraktionsvorsitzenden und auch Götz Schimmack dankten der Verwaltung für die geleistete Arbeit bei der Aufstellung des Haushaltsentwurfs und den Ratskollegen/innen für die konstruktive Zusammenarbeit.

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