Seit über 20 Jahren arbeitet er sich am Thema Suderburger Abwasserkanäle ab. Auf jeder Bauernrechnung mahnt er, zu jeder Gelegenheit macht er sie zum Thema. Dabei ist er noch keinen Meter weitergekommen. Gemeint ist Manfred Mikulla, der jetzt mit seiner SPD zwei Anträge in den Bauausschuss der Samtgemeinde einbrachte, nach denen
1. ein Investitionsplan für die Sanierung bzw. Erneuerung der Schmutzwasserkanäle für einen mittelfristigen Zeitraum von 10 Jahren zu erstellen ist, und
2. anhand dieses Planes die Abwassergebühren überprüft und neu berechnet werden sollen.
Die Sorge die ihn umtreibt: „Wir wissen nichts über den Zustand unserer Kanäle. In der Vergangenheit haben wir viele böse Überraschungen erlebt, wenn dann wieder irgendwo ein Schacht zusammenbrach oder eine Straße sich wegen Unterspülung absenkte.“ Beispiele hat er dafür viele.
Deshalb solle im ersten Schritt eine Kamerabefahrung der 45 bis 55 Jahre alten Kanäle in der Samtgemeinde erfolgen und damit ein Kanalkataster erstellt werden. Hierin könne man Schadstellen erfassen, nach Schwere kategorisieren und dann gezielt abarbeiten.
Udo Depner und Elvira Hentschke von der CDU hätten kein Problem mit solch einem Kataster. Aufgrund der Haushaltslage könne die Erfassung allerdings nur nach und nach erfolgen. Einen 10-Jahres-Plan lehnten beide ab. Hentschke: „Bei der derzeitigen Haushaltslage können wir nur da sanieren, wo es auch wirklich notwendig ist.
In die gleiche Richtung argumentierte Rüdiger Lilje von der Verwaltung: „Grundsätzlich sind solche Befahrungen sinnvoll und wir machen sie ja auch. Nur erwischt man dabei auch nicht alle Schäden. Bei Unterbogenschäden (Unterspülungen unter den Rohren) kann man so oft durchfahren wie man will, die sieht die Kamera nicht“.
Er wehrte sich vehement gegen die Darstellung „hier bricht alles zusammen“, so sei das nicht. Man hätte in der Vergangenheit immer dort Kanäle gewechselt, wo es Sinn machte. Z.B. bei den Straßenbaumaßnahmen in der Bauernstraße in Hösseringen oder in der Hauptstraße in Suderburg. Hier waren die Straßen offen und die Kanäle frei zugänglich. Man hätte die neuen Rohre nur noch „verbuddeln“ müssen und auf diese Art und Weise viel Geld gespart.
Außerdem sind im Laufe der Jahre Rücklagen gebildet worden, mit denen unvorhergesehene Reparaturen erledigt werden können. „Damit müssen wir hinkommen und das hat bisher auch immer geklappt“, so Lilje.
Das sah auch Reinhard Dehrmann (WSL) so: „Wir sind sehr günstig mit unseren Gebühren. Wenn dann mal was kommt und geht über die Rücklagen hinaus, müssen wir eben etwas erhöhen“.
Manfred Mikulla ärgerte sich über die einseitigen Darstellungen. „Im Hussen“ hätten beispielsweise neun Kanalschächte erneuert werden müssen. Und deshalb bestand er auf seinem 10-Jahres-Plan und dem SPD-Antrag: 1. vorrangig Kanalbefahrung, 2. Einteilung in Schadensklassen und 3. Sanieren wo notwendig.
Die Rücknahme des Antrags auf Befahrung und Kategorisierung – und damit nur ein „halber Sieg“ wäre mehr gewesen. So lautete das Ergebnis jeweils 4:1 gegen die SPD-Anträge und Mikulla ist mit seinen/unseren Kanälen noch immer nicht einen Meter weiter…

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