Dialogforum Schiene Nord spricht sich mit deutlicher Mehrheit für die „Alpha-Variante E“ aus, die einen bedarfsgerechten Ausbau von Bestandsstrecken für den schienengebundenen Güterverkehr zwischen Bremen, Hamburg und Hannover vorsieht
Auf ihrer letzten Sitzung unterzeichnete am 5.11.2015 eine große Mehrheit der anwesenden Teilnehmer die gemeinsam vorbereitete Abschlusserklärung des Dialogforums Schiene Nord in Celle. Die Unterzeichner sprechen sich darin für den bedarfsgerechten Ausbau von Bestandsstrecken als Vorzugsvariante zur Entlastung des Hafenhinterlandverkehrs in Norddeutschland aus. Mit der klaren Entscheidung für die „Alphavariante E“ als Vorzugstrasse entfallen alle anderen im Dialogforum diskutierten Trassenvarianten und werden nicht weiter verfolgt.
„Zu dieser konstruktiven Lösung haben wir in einem sehr intensiven und sachorientierten Dialog mit den Vertretern von Bahn, Bund und Land sowie sachverständigen Gutachtern gemeinsam mit den betroffenen Landkreisen, Kommunen und Bürgerinitiativen gefunden, die bei der großen Mehrheit der Beteiligten einen breiten Konsens findet“, sagte Landrat Dr. Heiko Blume nach der Sitzung in Celle. „Das Dialogforum Schiene Nord hat gezeigt, wie sinnvoll und notwendig gerade für geplante Großprojekte ein frühzeitiger und ergebnisoffener Dialog auf Augenhöhe mit allen betroffenen Interessengruppen sein kann. Dass wir in diesem Prozess zu einer solch konstruktiven Lösung gefunden haben, hätte ich zu Beginn des Dialogforums nicht erwartet.“
In der gemeinsamen Erklärung sind die Bedingungen für einen Konsens in der Region detailliert festgehalten, auf die sich die Unterzeichner im Rahmen des Dialogprozesses verständigt haben. Dazu zählen ein bestmöglicher Lärmschutz, ein nachhaltig leistungsfähiger Ausbau des Verkehrsnetzes auch für den regionalen Schienenpersonenverkehr sowie die Einrichtung eines von Bund und Land getragenen Fonds für Ausgleichsmaßnahmen in betroffenen Kommunen. Außerdem soll ein Projektbeirat zur Begleitung des Umsetzungsprozesses eingerichtet werden.
Kernidee der Alpha-Variante ist der Ausbau bestehender Strecken wie etwa der Bau eines dritten Gleises zwischen Lüneburg und Uelzen, die Ertüchtigung der West-Ost-Verbindung, der sogenannten „Amerika-Linie“, die zwischen Langwedel und Uelzen elektrifiziert werden soll. Damit einhergehend sollen weitere Strecken bedarfsgerecht einbezogen werden, um die bereits heute phasenweise überlasteten Hauptrouten in Nord-Süd-Richtung zu entlasten. Die Variante erfüllt die Kapazitätsanforderungen bis 2030, später auftretende Kapazitätsengpässe können durch Umroutungen aufgelöst werden.
Darauf einigen sich die Vertreter der Landkreise, Gemeinden sowie die meisten beteiligen Umwelt- und Verkehrsverbände und diverse Bürgerinitiativen. Sie übergaben in der heutigen Abschlussveranstaltung das Dokument mit der beschlossenen Lösung an Minister Olaf Lies als Vertreter des Landes Niedersachsen, Staatssekretär Enak Ferlemann vom Bundesverkehrs-ministerium und Dr. Volker Kefer von der Deutschen Bahn AG. Die jetzt favorisierte Vorzugsvariante soll nach dem Willen der Mehrheit des Forums in den nächsten Bundesverkehrswegeplan (BVWP) des Bundesverkehrs-Ministeriums aufgenommen werden.
Titelfoto: Mittig im Bild die Hauptverwaltungsbeamten aus dem Landkreis Uelzen beim Votum für die Alpha-Variante: (v.l.n.r.): Bürgermeister Dr. Merlin Franke (Bienenbüttel), Samtgemeindebürgermeister Thomas Schulz (Suderburg), Landrat Dr. Heiko Blume und Samtgemeindebürgermeister Hans-Jürgen Kammer (Bevensen-Ebstorf)


Schreibe einen Kommentar
Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar abzugeben.